25.09.2018

Wie sicher sind unsere Lebensmittel?

Angefangen vom Eierproduzenten bis zum Fleischerzeuger und Repräsentanten des Handels trafen sich rund 100 Lebensmittelexperten ins Arcotel Nike in Linz, um über Lebensmittelbetrug, Listerien und neue EU-Verordnungen zu diskutieren.

Die Veranstaltung „qualityaustria Lebensmittel.Recht.Up2Date“ wurde von Quality Austria in Kooperation mit SAICON Consulting durchgeführt und thematisierte vornehmlich Rechtsthemen. Bei dieser Anschlussveranstaltung an das 10. qualityaustria Lebensmittelforum ging es auch darum, wie die Zusammenarbeit mit den Behörden optimiert werden kann.

Neue EU-Verordnung zur Ursprungskennzeichnung von Rohstoffen ab 2020

„Herkunftsangaben wecken so starkes Vertrauen wie eine eingeführte Marke“, unterstribetonte Rechtsanwalt Markus Grube von der auf Lebensmittelrecht spezialisierten Kanzlei KWG aus Deutschland. Dies sei auch der Grund für eine neue EU-Verordnung, die dieses Thema ab 2020 regelt. Damit wird zum Beispiel auch bei Fruchtjoghurt mit dem AMA-Gütesiegel die Herkunft der Früchte anzugeben sein, sofern diese nicht aus Österreich kommen. Allerdings gibt es im Detail noch große Probleme und viele Fragen für die praktische Umsetzung. Jedenfalls wird in Österreich ein Leitfaden zur Hilfestellung bei der Umsetzung erarbeitet, der auch in eine europäische Lösung Eingang finden soll.

Christa Wentzel von der Stabsstelle Täuschungsschutz der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erklärte den Stand der Verhandlungen und betonte, dass aufgrund der schwierigen Problemstellungen nicht mit einer baldigen Veröffentlichung zu rechnen sei.

Afrikanische Schweinepest steht vor den Toren Österreichs

Der Schutz der Konsumentengesundheit ist zentrales Thema im Lebensmittelrecht, Krankheitserreger sind dabei ein wesentlicher Gegner. Beatrix Stessl von der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigte im „Update Listerien“ die Entwicklungen dieser vor allem für betagte Menschen hochgefährlichen Keimgruppe in den Jahren 2008 bis 2015 auf. Es ist ein Thema der tierischen Produkte, diese waren zu 85 Prozent für durch Lebensmittel verursachte Ausbruchsgeschehen verantwortlich.

Im Gegensatz dazu ist das Thema EHEC längst bei pflanzlichen Lebensmitteln angekommen. „Die Sprossen sind das Hackfleisch der Veganer“, erwähnte Ulrich Busch vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in seinem Update zu dieser gefährlichen Spezies. Für den Menschen nicht gefährlich, aber für die Wirtschaft fatal ist die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest. Diese hat sich bereits über weite Teile Osteuropas ausgebreitet, auch punktuell Mitteleuropa erreicht und steht inzwischen vor den Toren Österreichs. Über die Bedeutung der Situation und die dazu vorbereiteten Krisenpläne sowie die Vorbereitungsmöglichkeiten für Betriebe erteilte Amtstierarzt Herfried Haupt Auskunft. Er fürchtet hier den „Blick in die Hölle“, da sich die Tierkrankheit dramatisch ausbreitet und rief zur konsequenten Umsetzung der Maßnahmen auf.

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