25.09.2020

Wien führt Registrierungspflicht für Lokalgäste ein

Mit der neuen Regelung soll die Nachverfolgung von Kontaktpersonen bei Coronavirusinfektionen erleichtert werden. Die Verordnung wird am Montag in Kraft treten.

Ein entsprechendes Formblatt, das die Wirte dann auflegen und die Gäste sich eintragen müssen, wird derzeit noch entwickelt. Dies soll im Hausrecht der jeweiligen Gastronomiebetriebe festgeschrieben werden, wie Bürgermeister Michael Ludwig erläuterte. Er betonte, dass man bewusst auf Listen verzichte, sondern auf eine Umsetzung mittels einzelner Blätter setze. Damit soll gewährleistet sein, dass für andere Besucher nicht einsehbar ist, wer an jenem Tag ebenfalls das Lokal frequentiert hat.

Die Formblätter müssen von den Gastronomen gesammelt und vier Wochen aufbewahrt bleiben. Der Datenschutz solle jedenfalls gewährleistet sein, wurde versichert. Denn die Behörde dürfe nur bei einem Infektionsfall in die Unterlagen Einsicht nehmen.

Unternehmer, die sich weigern, die Formulare aufzulegen, müssen mit Strafen rechnen. Die Regelung, so betonte Ludwig, sei auch mit Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck abgestimmt. Die Vorschrift wird vorerst bis Jahresende gelten.

UPDATE, 26.9.: Niederösterreich zieht nach

Für Wien und Niederösterreich ist es fix, für Tirol nur noch eine Frage der Zeit: Die Bundesländer setzen im Kampf gegen Corona auf die Registrierungspflicht in Lokalen. In Niederösterreich müssen in der Gastronomie in Bezirken auf Orange auf der Corona-Ampel verpflichtete Gästelisten geführt werden. Die Sperrstunde auf 22 Uhr wird allerdings erst ab Rot vorverlegt.

„Die ist bei der Politik sehr beliebt, um die Infektionen einzudämmen. Den Unternehmen bleiben dann nur wenige Tage, um die Vorgaben umzusetzen“, verweist Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), auf erste Erfahrungen. 

Die ÖHV bietet seinen Mitgliedern nun übrigens ein  innovativen Gästeregistrierungstool an, das sich schon in der Praxis (bei der DEHOAG Bayern) bewährt hat: Mit darfichrein.at kann die erforderliche Registrierung kontakt- und papierfrei erfolgen. Das System sei für Wirte und Gäste leicht zu bedienen. Letztere registrieren sich kostenlos und scannen beim Restaurantbesuch den QR-Code mit der Handy-Kamera. Die Daten werden verschlüsselt auf einem Server in Bayern gespeichert. Im Corona-Ernstfall werden die Kontaktdaten den Behörden entschlüsselt übermittelt.

(APA/Red)

 

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