22.06.2021

Wiener Heurige wieder beliebte Ausflugsziele

Beim Fuhrgassl-Huber besinnt man sich bewährter Tradition und startet nach langer Schließzeit wieder voll durch.

Der Wiener Traditionsheurige Fuhrgassl-Huber liegt im Herzen des 19. Wiener Gemeindebezirks und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Markenzeichen für die typische Wiener Geselligkeit. Was 1720 als Familienunternehmen in Neustift am Walde entstand, erstreckt sich nun auf einer Weinanbaufläche von 42 Hektar. Die Rebsorten, die verarbeitet werden, sind genauso geschichtsträchtig wie die Familienhistorie der Hubers. Bekanntheit erlangte die Gaststätte vor allem durch das breite und qualitativ hochwertige Angebot an Orts-, Guts- und Lagenweinen. Die Anbauflächen befinden sich in Neustift, Salmannsdorf und am Nussberg.

Mit der Pferdekutsche in die Weinberge

Wann die erste Buschenschank eröffnet wurde, lässt sich nicht genau sagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach brachten die Franken und Bayern unter Karl dem Großen und Otto I. die Sitte des erlaubten „Weinausschanks an Fremde“ mit nach Österreich. „Seine erste Glanzzeit erlebte der Heurige im 19. Jahrhundert, als auch das gehobene Bürgertum und der Adel seine Vorzüge entdeckten. In bzw. von Wien ließen sie sich mit einer Pferdekutsche in die umliegenden Weinberge chauffieren. Der Heurige entwickelte sich zum geselligen und zwanglosen Ort ohne strenge Etikette“, erzählt Jungwinzer Thomas Huber. Eben in dieser Zeit erlangten auch die Pischinger Ecken, die heute als fixer Bestandteil der österreichischen Heurigen-Kultur gelten und seit 2003 unter dem Motto „…um Ecken besser“ stehen, ihre Bekanntheit. Der Waffelspezialist ist heute die älteste, noch am Markt befindliche österreichische Süßwarenmarke und erreichte durch die Oblaten Torte weltweite Bekanntheit. Was heute über eine hochmoderne Waffel- und Torten-Backanlage in Wien-Inzersdorf produziert wird, begann im Jahre 1849 als kleines, von Leopold Pischinger in Wien-Mariahilf gegründetes Unternehmen. In den 1880er-Jahren wurde die in kurzer Zeit im ganzen Habsburger-Reich bekannte und beliebte „Pischinger Torte“, die sich Kaiserin Elisabeth sogar bis nach Karlsbad nachsenden ließ, kreiert. Den Höhepunkt bildete die Ernennung des Unternehmens zum „k.u.k.-Hoflieferanten“. Im Jahre 2006 übernahm die Confiserie Heindl, nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit, den Waffelspezialisten Pischinger.

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