24.01.2022

Wiens Tourismus mit sanftem Aufschwung

Im stark von der Pandemie geprägten Jahr 2021 zählte Wien rund 5 Mio. Nächtigungen und damit um 9 Prozent mehr als im Jahr davor. Zimmerpreise bleiben stabil.

Das Plus ist deutlich, in Anbetracht der absoluten Zahlen jedoch relativ zu betrachten. Denn die 4.997.000 Nächtigungen in der Bundeshauptstadt liegen um 72 Prozent unter der Nächtigungsmarke des bisherigen Rekordjahres 2019. Alle Lockdowns zusammengezählt waren Wiens Beherbergungsbetriebe 2021 etwa ein halbes Jahr für Freizeitgäste geschlossen. Die Monate August bis Oktober erreichten jedoch bereits bis zu 60 Prozent des Nächtigungsniveaus vor der Krise und im November – trotz neuerlichen Lockdowns – immer noch 40 Prozent. 

Niedrige Umsätze, kein Verfall beim Zimmerpreis

Die Netto-Nächtigungsumsätze der Beherbergungsbetriebe stehen derzeit für Jänner bis November 2021 fest: 279,3 Millionen Euro bedeuten ein rechnerisches Plus von 21 Prozent zu 2020, liegen aber immer noch 69 Prozent unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2019 in diesem Zeitraum. 

Die Zimmerpreise blieben im europäischen Städtevergleich auf stabilem Niveau. Während Städte wie London, Barcelona, Amsterdam oder Frankfurt Preisrückgänge von teilweise mehr als einem Viertel hinnehmen mussten, lag der Rückgang der ADR (Average Daily Rate, durchschnittlicher Zimmerpreis) in Wien von Jänner bis November bei rund 8 Prozent, im zuletzt ausgewerteten Monat November mit 103,99 Euro sogar erstmals wieder über dem Niveau von 2019 (101,36 Euro).

Insgesamt ist zu beobachten, dass die Entwicklung des Beherbergungsumsatzes dynamischer nach oben ging als jene der Nächtigungen. Als Treiber fungierte hier die 5-Stern-Hotellerie, die im Vergleich zum Jahr davor nicht nur eine deutlich bessere Nächtigungsentwicklung hinlegte, sondern auch beim Nettoumsatz doppelt so hohe Wachstumsraten verzeichnete als der Durchschnitt aller Betriebe. 

Auslastung niedrig, weniger Betten

Im Gesamtjahr 2021 verzeichnete Wien – das in guten Zeiten über das Jahr die höchste Auslastung aller Bundesländer aufweist – eine Bettenauslastung von 24% (1-12 2020: 22%) sowie eine Zimmerauslastung von rund 31% (1-12 2020: rd. 29%).

Laut MA23 hat sich das Bettenangebot zum Jahr davor um 8 Prozent (minus 5.100 Betten absolut) verringert, das Hotelangebot um 16 Prozent (minus 64 Betriebe absolut). Rückgänge werden hauptsächlich in kleineren 4*- und 3*- Hotels bzw. Pensionen verzeichnet. Zugleich haben elf neue Betriebe mit insgesamt 3.400 Betten eröffnet. 

Mehr Werbebudget für WienTourismus

2022 steht dem WienTourismus ein Marketingbudget von elf Millionen Euro zur Verfügung. Den aktuellen Gegebenheiten entsprechend werden damit etwa zu 70 Prozent Nahmärkte, zu 30 Prozent Fernmärkte bearbeitet. Der Hauptfokus der Marketingaktivitäten wird auf zwölf Märkte, insbesondere Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und die USA sowie Österreich, der Schweiz, Spanien, Belgien, die arabischen Länder, Japan und China gelegt. „Aus diesen Märkten versprechen wir uns das größte Potenzial hinsichtlich Wertschöpfung und Nächtigungen bzw. sehen große strategische Bedeutung für die Zukunft“, so WienTourismus-Direktor Norbert Kettner. 

Darüber hinaus werden Kooperationen in den Bereichen Air- sowie Rail-Service-Development vorangetrieben, auch außerhalb der genannten Märkte, um die Anbindung Wiens an den internationalen Bahn- und Flugverkehr weiter zu stärken. Größere Kampagnen für das erste Halbjahr sind in Ausarbeitung – deren Ausspielungszeitpunkt wird nicht zuletzt durch den Verlauf der Pandemie bestimmt. Der Hunger des Reisepublikums auf Wien ist groß: Mit dem US-Nachrichtenportal Bloomberg und der britischen Tageszeitung „The Independent“ führen gleich zwei renommierte Medien Wien in ihrer Liste der Top-Reiseziele 2022.

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