22.11.2021

Willy’s Gastro-Wochenrückblick: Hereinspaziert!

Aus Sicht des Coronavirus läuft die Chose wesentlich besser als es seinerzeit, als es von Wuhan zu uns flüchtete und sich dann über den ganzen Erdball verbreitete, gedacht hatte.

Alleine bei uns hat es jede Menge Politiker zum Rücktritt gezwungen, das gesamte Regierungssystem gehörig durcheinander gewirbelt, die Wirtschaft - zumindest temporär - in Grund und Boden gefahren und die Gesellschaft in Gut und Böse gespalten. Geholfen hat da nicht nur die Aufgabe immer wieder neue, raffiniertere Mutationen zu entwickeln, sondern auch die Tatsache, dass die Gottobersten der österreichischen Politik unisono den gesunden Menschenverstand abstreiften wie eine lästige Kutte und ein beschämendes, kommunikatives Verwirrspiel sondergleichen aufzogen.

Die eine Facette besagten Verwirrspiels, den Lockdown für alle, kennen wir ja bereits schon. Wie damit in der Gastro und in der Hotellerie umgegangen wird, auch. Da gibt es einerseits diejenigen, die wie gelähmt in Schockstarre verfallen und stetig jammernd auf staatliche Unterstützung hoffen, und dann gibt es andererseits diejenigen, die in solchen Situationen einige ganz besondere Kreativkisterl öffnen. To go und Lieferdienste sind dabei jedoch definitiv bestens bewährte Old School, doch bereits im Vorjahr umgingen viele Wirte die offiziellen lockdownbedingten Sperrtage mit einer Fülle an New Ideas, wo du gar nicht mehr nachkommst mit dem verblüfft Dreinschauen. Beim Vordereingang stand das Taferl „Leider wegen Corona-Lockdown geschlossen“ und hintenrum war alles sperrangelweit offen. Da wurden in Ställen Tische und Bänke aufgestellt, den Gästen Mistgabeln in die Hand gedrückt und bei etwaigen Kontrollen befand man sich halt gerade bei der gemeinsamen Mitarbeiterjause. Da wurden ansonsten leerstehende Hotels und Pensionen kurzerhand zu Laboren umfunktioniert, in denen die Gäste an einer groß angelegten Studie zum Thema „Das gruppendynamische Verhalten des Menschen in Lockdownzeiten“ teilnahmen. Besonders gefinkelte Wirte ließen sich von ihren Gästen aus dem hauseigenen Gastgarten anrufen, nahmen deren Bestellung auf und lieferten dann die georderten Speisen und Getränke mit dem hauseigenen Lieferdienst. Da kann es ruhig vorkommen, dass der Kellner sich auf seine uralte Stanglpuch schwingt und Schnitzerl samt Erdäpfelsalat in den Garten liefert. Womit – so ganz nebenbei bemerkt – der Begriff „Schankmoped“ eine völlig neue Bedeutung bekommen hat. Mahlzeit!

redaktion(at)hotelundtouristik.at

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