08.03.2021

Willys Gastro-Wochenrückblick: Toi toi toi!

Der jüngste Streich unserer Lustigen an der Regierungsspitze lässt uns zwar in die Gast- und Schanigärten unserer Wirte, aber nicht weiter.

Einmal abgesehen davon, dass all jene Gastronomen, die keinen Outdoor-Bereich ihr Eigen nennen dürfen, definitiv – wieder einmal – den Loser-Verlängerungsvertrag zwangsunterschreiben mussten, hat dieser Regierungsplan, der mit fast kindlicher Freude als Wahnsinns-Entgegenkommen präsentiert wurde, definitiv seine Tücken.

Das Hauptproblem ist einmal mehr ein zutiefst menschliches. Denn was man oben einfüllt, muss ja bekanntlich unten wieder raus. Okay, manches kommt zwar ebenfalls oben wieder raus, ändert aber nichts am Grundproblem. Wo geh ich hin, wenn ich einmal muss? Ins Lokal darf ich nicht, weil dann bin ich ja indoor, und indoor gilt nicht. Selten zwar, aber doch in einigen Fällen, befindet sich der Lokus von Haus aus Outdoor, entspricht aber immer noch nicht den Coronabestimmungen.

An dieser Stelle ein kurzer Sidestep in die Klassischen Skigebiete, in denen ja wintersüber auch die Berghütten und andere diverse Einkehrschwungdestinationen geschlossen halten mussten – die mittlerweile berühmt gewordenen Germknödel to go zieren heute noch nicht wirklich vollends verrottet die Waldränder an den Schipisten. Natur pur einmal anders betrachtet, nicht nur ein olfaktorisch zweifelhaftes Vergnügen, sondern in Folge auch ein durchaus aromatisches für Beeren- und Schwammerlsammler, die da zuhauf noch kommen werden.

Damit all das nicht passiert, also dass die Schanigartengäste mit ihren Bedürfnissen nicht kollektiv die das Areal umgebenden Trogthujen belästigen, sollten die in Frage kommenden Wirte rechtzeitig Joint Ventures mit den Mobilklovermietern eingehen um das Gärtlein in genügender Menge damit zu bestücken. Klar, optisch müssen sich Toi toi, Wastebox & Co noch einiges einfallen lassen, dem jeweiligen Style des Lokals anpassen, als alte Telefonzelle getarnt oder als kleiner Würstelstand, was dann eine ganz besondere Pikanterie mit sich bringen würde.

Eine ebenso große Chance für neue, durchaus lukrative Geschäfte haben somit neben den Hygieneboxenanbietern auch die Hersteller von Outdoor-Kitchen und Profigrills. Somit ist jeder Wirt sehr gut beraten, wenn er in seinem Garten eine ziemlich strapazfähige Dependance seiner Küche installiert. Inklusive schnell ausfahrbarem Faltdach, bei Tennis- oder Fußballstadien gehr das ja auch. Und die Kosten? Die Kosten muss selbstverständlich der Blümel übernehmen, immerhin ist ja das Frühjahr sowieso genau seine Zeit. Auch wenn er sich dann im Herbst nicht mehr erinnern kann. Dem Laptop sei Dank.

Von Willy Zwerger
Der renommierte Journalist aus dem Manstein Verlag und Edelfeder des Handelsmagazins CASH schreibt nun auch regelmäßig auf Stammgast.Online zu aktuellen Themen, die unsere Branche bewegen. Durchaus kritisch, hoffentlich diskussionsanregend und immer mit einer großen Prise Humor versehen.
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