03.05.2021

Willys Gastro-Wochenrückblick: Woss ois gibt!

Aufmerksamem Lesern dieser meiner allwöchentlichen Gastrokolumne wird es sicher nicht entgangen sein, denn über diese Idee hab ich ja bereits des Öfteren so vor mich hin gedankelt. Nur jetzt, wo der Gastro wieder einmal das klassische Aufsperrkarotterl vor die lockdownfrustrierte Nase gehalten wird, wär halt eine super Gelegenheit dazu.

Es geht um die wunderbaren Hybridjobs Kellnerpfleger respektive Pflegekellner, je nachdem wo er oder sie herkommt. Zum Glück haben ja bereits sehr viele coronabedingt arbeitslose Kellner die Chance gewahrt und sich zum Pfleger umschulen lassen, was nicht nur den Betroffenen selbst und ihren jeweiligen Betrieben sowohl monetär als auch seelisch extrem geholfen hat, sondern auch dem angestammten Pflegepersonal in den Spitälern, Altenheimen und aber auch im privaten Bereich zugute kommt.

Zumal ja jede als Kellner ausgebildete Fachkraft sämtliche Voraussetzungen für optimale Pflegeskills mitbringt. Sie können allesamt gut mit Menschen aller Art, bringen unendlich viel Geduld mit unterschiedlichsten Launen mit, können als geübte Alltagspsychologen auch mit noch so schwierigen Typen umgehen, sie sind gut zu Fuß, sind bei Diskontinuitäten im Speisenfluss geübt und können mit wenig Geld zumindest so etwas ähnliches wie Zufriedenheit an den Tag legen. Und: Im ausbildungsbedingten Medizinmodul wurden sie auch in Sachen Impfing Routiniers, was den Gästen nicht nur bei positiven Eintrittstests zugute kommen würde, sondern auch bei etwaigen Allergien.

Und so funktionierts: Der Gast sucht sich einen oder mehrere der vierzehn Allergiebuchstaben aus und meldet seine Unverträglichkeit der Tischbetreuungskraft. Kann durchaus auch via Tablet passieren, weil ja viele Bestellungen bereits elektronisch funktionieren. Ein spezieller Algorhythmus kombiniert daraufhin die aufgrund der Bestellung ausgewiesenen Antiallergene mit eventuell notwendigen Covid-19-Vakzinen und ein eigens dafür abgestellter Mitarbeiter zieht dann ein spezielles, gastbezogenes Spritzerl auf, das quasi als Gruß aus der Küche vorneweg vom impfkompetenten Kellner verabreicht wird.

Nadelallergikern wird der Kombiwirkstoff selbstverständlich als Amüse Gueule auf einem feinen Blini serviert. Selbstverständlich jeweils mit kompetenter Nachbehandlung mit sterilem Tupfer und Pflaster auf die Einstichstelle sowie massiv-zärtlichem Goderkratzen after having owigschluckt auf Rezept.

Auf diese einfache Art und Weise ist allen geholfen – Hospitality-Wirten, Pflegekellnern und Patientengästen genau so wie Pharmaindustrie, Gesundheitskassa und beteiligten Ministerien. Aber auch unbeteilgten. Zumindest als „Do schau her, woss ois gibt“-Phänomen.

Von Willy Zwerger
Der renommierte Journalist aus dem Manstein Verlag und Edelfeder des Handelsmagazins CASH schreibt nun auch regelmäßig auf Stammgast.Online zu aktuellen Themen, die unsere Branche bewegen. Durchaus kritisch, hoffentlich diskussionsanregend und immer mit einer großen Prise Humor versehen.
Sagen Sie uns Ihre Meinung: redaktion(at)hotelundtouristik.at

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten