12.10.2020

Willys Gastro-Wochenrückblick: Zweifarbenampel

Über die sonntägliche Wien-Wahl mag ich aufgrund der noch ausstehenden Wahlkarten-Ergebnisse, immerhin 360.563, hier an dieser Stelle nicht wirklich Relevantes kundtun, außer vielleicht, dass – wieder einmal – die falschen Verlierer gebasht wurden.

Okay, die Blauen und ihr abtrünniger Ibiza- und Spesen-Hero haben jedwede Art von Abrechnung verdient, aber die wahren Verlierer sind gleichzeitig die größte Stimmengruppe, nämlich mit 435.000 die Nichtwähler. Warum auch immer diese Gruppe nicht in der Lage war eine Wahlkarte zu beantragen oder ins Wahllokal zu gehen, die meisten davon bezeugen damit eigentlich nur, dass sie nicht reif genug für demokratisches Denken und Tun sind. Die gehören gebasht und nicht die Loser-Parteien.

In diesem Zusammenhang hochinteressant finde ich auch die Argumentation, warum viele Gäste in den diversen Lokalen die Registrierung verweigern, nämlich, weil sie ihren Namen und ihre Telefonnummer nicht bekanntgeben wollen. Dass sie bis jetzt im gleichen Lokal selbstverständlich mit Bankomat oder Kreditkarte bezahlt haben, negieren sie dabei genau so wie den praktischen Nutzen der Registrierungspflicht. Wobei man die Sache relativ einfach lösen könnte - ohne Listenausfüllen oder App-Herunterladen. Einfach die E-Card beim Eingang durch ein Lesegerät ziehen und fertig ist die Sache. Name, Kontaktdaten, Uhrzeit – alles auf einen Streich vorhanden.

Die heiß umstrittene bundesdeutsche Idee der internen Reisewarnungen hat schon was und ist definitiv relativ einfach weiterspinnbar. Somit könnten hinkünftig durchaus nicht nur bestimmte Regionen betroffen sein, sondern einzelne Orte, heruntergebrochen auf einzelne Ortsteile und, jawohl, auch einzelne Lokale. Sodass Rudi Anschober tagtäglich zu Pressekonferenzen laden um dort die jeweiligen Lokalverbote für den kommenden Tag verkünden kann.

Und die Coronaampel wird mit einem Zufallsgenerator gekoppelt, im Prinzip eh so wie jetzt, nur halt dann offiziell und lokalbezogen. Wobei dann zwei Farben durchaus reichen würden. Du stehst vorm Eingang eines Lokals und wartest ob die Ampel auf Grün schaltet oder eben auf Rot. Verbringst Du dort einen ganzen Tag in der Warteschleife, hast Du Anschobers Botschaft nicht mitbekommen. Was wiederum für eine App spräche, dank dieser jederzeit ersichtlich wäre, wo man heute hingehen darf und wo nicht.

Mein persönlicher Tipp daher: Entweder selber kochen oder – wer‘s nicht kann oder will – die Profis kochen und sich das Essen liefern lassen. Funktioniert bestens. Damit unterstützt man die Gastronomen jedenfalls weitaus mehr als durchs NUR Daheimbleiben, denn Speisen kochen für To go dürfen sie in jedem Fall. Da können die Ampeln noch so rot sein und die Gastrosekkierer in der Regierung strampeln wie sie wollen.

Von Willy Zwerger
Der renommierte Journalist aus dem Manstein Verlag und Edelfeder des Handelsmagazins CASH schreibt nun auch regelmäßig auf Stammgast.Online zu aktuellen Themen, die unsere Branche bewegen. Durchaus kritisch, hoffentlich diskussionsanregend und immer mit einer großen Prise Humor versehen.
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