11.10.2021

Wintersaison: Die Deutschen kommen

Nach der für Wintersportorte sehr schlechten Saison 2020/21 kann die Tourismusbranche in der kommenden Reisezeit auf einen Nachholeffekt bei deutschen Urlaubern hoffen, jeder Fünfte plant laut Umfrage einen Wintersporturlaub.

In einer repräsentativen Yougov-Umfrage gaben 58 Prozent der 2.049 befragten Deutschen an, dass sie einen Wintersporturlaub planen. Besonders die Skigebiete könnten sich demnach sogar wieder größerer Beliebtheit erfreuen als vor Beginn der Krise: 46 Prozent zieht es laut Umfrage auf die Piste. Dagegen sagten lediglich 40 Prozent, dass sie schon vor der Coronapandemie Ski fuhren. Auftraggeber der Umfrage war der in Schwabmünchen bei Augsburg ansässige deutsche Bekleidungshersteller Schöffel.

Hauptmotiv ist demnach das "Naturerleben", das von knapp zwei Drittel der Befragten genannt wurde, gefolgt von der Fitness (55 Prozent). Als ein Effekt der Coronapandemie in den vergangenen beiden Sommern war im gesamten deutschsprachigen Alpenraum von Bayern bis Südtirol eine gestiegene Zahl von Bergwanderern und Radfahrern - häufig auf E-Bikes - unterwegs. "Ich bin überzeugt, dass der Drang in die Natur ungebrochen ist", sagte dazu Stefan Merkt, der Geschäftsführer von Schöffel Sport. "Der Trend des Sommers, rauszugehen, wird sich im Winter fortsetzen."

Skitouren bleiben beliebt

Der größte coronabedingte Effekt könnte beim Skibergsteigen zu beobachten sein. Bereits im vergangenen Winter gab es in den Skigebieten einen Ansturm von Skitourengehern, die mangels Liftbetriebs aus eigener Kraft über die Pisten aufstiegen. So waren im Garmischer Skigebiet zu Füßen der Zugspitze an schönen Sonntagen auf den Pisten nahezu ebenso viele Menschen unterwegs wie sonst bei normalem Betrieb.

Vierzehn Prozent der Befragten sagten, dass sie bereits vor Corona Skitouren gegangen waren. Im kommenden Winter aber wollen wohl mehr Menschen die Berge ohne Gondel selbst erklimmen. "Unabhängig von einem Lift unterwegs zu sein, ist ein anhaltender Trend, das gilt ebenso für Schneeschuhwandern wie in einfacherer Form für das Winterwandern", sagte Merkt.

PLanungssicherheit im Vordergrund

Die Pandemie ist angesichts der zurückliegenden Lockdowns und Reisebeschränkungen aber nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor: 50 Prozent sagten, dass sie bei ihren Wintersportplänen Bedenken hätten, bei nahezu allen von ihnen (49 Prozent) steht dabei die Planungsunsicherheit im Vordergrund. Doch Sorge vor der Infektion mit der Delta-Variante (46 Prozent) und Angst vor mangelnder Disziplin der Mitmenschen (44 Prozent) spielen ebenfalls eine große Rolle.

"Die größte Hilfe für den Urlaub wäre Planungssicherheit - beispielsweise wie man mit Stornierungen umgeht", sagte Merkt dazu. "Es wäre natürlich hilfreich, wenn das politisch im Sinne der Reisenden geregelt würde. Die Planungsunsicherheit, die wir aus den Lockdowns alle noch kennen, ist die größte Hemmschwelle für die frühe Urlaubsplanung."

In Österreich soll die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) so wie in Hotellerie und Gastronomie auch für Seilbahnbetriebe sowie auch für Weihnachtsmärkte gelten. In geschlossenen Gondeln muss - zusätzlich zum 3G-Nachweis beim Ticketkauf - eine FFP2-Maske getragen werden. Kapazitätsbeschränkungen in den Gondeln soll es ebenso wenig geben wie Abstandsregeln. Für Apres-Ski sollen dieselben Regeln wie für die Nachtgastronomie gelten. Die Sperrstunden sollen dabei in den Gemeinden und Regionen autonom geregelt werden.

(APA/Red)

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