20.09.2021

Wintertourismus mit FFP2-Maske und 3G

Auch im kommenden Coronawinter sollen Skifahren, Winterurlaub und Après-Ski möglich sein, allerdings unter strengeren Auflagen als im vergangenen Jahr.

Mehr als 50 Prozent der Winterurlaube in Europa werden in Österreich verbracht. Das alleine zeigt schon die Bedeutung der Saison für die heimische Wirtschaft. Rund die Hälfte aller Nächtigungen – 73 Mio. im Winter 2018/19, im Winter 2019/20 trotz Covid-19 immerhin noch 59,7 Mio. – werden in der Wintersaison gezählt.

Es wird heuer eine Wintersaison geben, betont man bei der Bundesregierung – allerdings unter „strengen Regeln“. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium, den Bundesländern und der Branche wurden daher „Winterregeln“ erarbeitet, um der Tourismus-Branche und den Gästen Sicherheit und Planbarkeit zu geben. 

Masken und 3G

Die Basis aller Maßnahmen ist der neue 3-Stufenplan (stammgast.online hat berichtet). Dieser orientiert sich vorrangig an der Auslastung der Intensivbetten-Kapazitäten. Für Geimpfte und Genesene gibt es kaum noch Einschränkungen. Wer sich jetzt impfen lässt, wird auch im Winter Zugang zu allen Bereichen (Lift, Gasthaus, Konzert, Kino etc.) haben. Weitere Maßnahmen, die heute Montag vorgestellt wurden, werden somit in erster Linie für und zum Schutz von Ungeimpften gesetzt. 

In Seilbahnen gilt bereits seit 15. September 2021 das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske. Zusätzlich wird die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) gelten. Das heißt, bei Einführung von Eintrittsnachweisen sind diese beim Verkauf von Tickets zu überprüfen. An einer praktikablen Umsetzung für Betreiber und Besucher wird gearbeitet (z. B. Koppelung des Onlineverkaufs von Tickets für eine automatisierte Kontrolle), heißt es aus dem Tourismusministerium. Besucher haben jedenfalls den gültigen Nachweis stets mitzuführen und im Rahmen stichprobenartiger Kontrollen vorzuzeigen. Werden die epidemiologischen Maßnahmen durch Besucher nicht eingehalten, sollen die Seilbahnunternehmen von ihrer Beförderungspflicht entbunden werden. Schlangen vor den Gondeln und Seilbahnen soll es heuer nicht geben, zumal keine Kapazitätsbeschränkungen angedacht sind. Auch Abstandsregeln wie im Vorjahr wird es nicht geben.

Für Gastronomie und Hotellerie wird ebenfalls ein 3G-Nachweis erforderlich sein. Bereits Ab Stufe 2 sind Antigen-Tests mit Selbstabnahme („Wohnzimmertests“) als Eintrittsnachweis nicht mehr zulässig, ab Stufe 3 zählt beim Testen nur noch ein PCR-Test, gab Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bekannt. 

Die Regeln für Après Ski sollen sich an den Regeln für die Nachtgastronomie anlehnen. Während Stufe 1 müssen Gäste ein gültiges negatives PCR-Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesungsnachweis (ärztliche Bestätigung oder Absonderungsbescheid) vorweisen. Ab der Stufe 2 wird die 2-G-Regel (Geimpfte und Genesene –Testungen jeglicher Art) eigeführt. Über die Stufe 3 hinausgehende Maßnahmen werden „im Gleichklang mit den allgemeinen Maßnahmen erfolgen“. Eine Sonderregelung gibt es für ungeimpfte Mitarbeiter: zumindest FFP2-Pflicht und dreimal pro Woche PCR-Testpflicht. Künftig werden für Après-Ski reduzierte Sperrstunden und Pausensperrstunden ermöglicht. Ob neben den Ländern und Bezirksverwaltungsbehörden zukünftig auch die Gemeinden strengere Maßnahmen treffen können, wird geprüft und könnte über das Covid-19-Maßnahmengesetz oder das Epidemiegesetz erfolgen.

Die 3G-Regel wird auch auf den Weihnachtsmärkten gelten. Ab Stufe 2 sind Antigen-Tests mit Selbstabnahme („Wohnzimmertests“) als Eintrittsnachweis nicht mehr zulässig. Sollte Stufe 3 eintreten, sind Antigen-Schnelltests nicht mehr als Zutrittsnachweis gültig. 

Fixe Regeln, klare Kommunikation

Als „taugliche Instrumente“ bezeichneten Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker, Obleute der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die von der Bundesregierung präsentierte Winterstrategie. Planungssicherheit habe, gerade in den kommenden Wochen, in denen traditionell der Winterurlaub gebucht wird, höchste Priorität für Betriebe wie auch Gäste. Wichtig sein eine stabile Wintersaison für eine nachhaltige Erholung. 

Die Österreich Werbung begrüßt ebenfalls die Wintersaisonregelungen. „Wir sehen derzeit eine erfreuliche Nachfrageentwicklung auf unseren wichtigsten Herkunftsmärkten. Jetzt wissen wir, wie Winterurlaub in Österreich gut funktionieren wird. Die heute präsentierten Maßnahmen geben den Gästen das für die Buchung notwendige Maß an Sicherheit“, sagt Lisa Weddig, Geschäftsführerin der Österreich Werbung. Die Österreich Werbung kommuniziert die Maßnahmen über ihre 21 Marktbüros an die potenziellen Gäste. Wichtig sind nicht nur klare Regeln, auch deren Einhaltung. „Die Kontrollen der 3-G- bzw. je nach Situation 2-G-Nachweise dienen der Sicherheit der Gäste wie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Weddig.

„Dank Impfung, mittelfristiger Planung und engmaschigem Test-Netz geht Österreichs Tourismus optimistisch in die Wintersaison“, begrüßt Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, die vorgestellten Pläne.Laut Walter Veit, ÖHV-Vizepräsident und Skihotelier in Obertauern, taste sich Österreich Schritt für Schritt an ein Leben mit dem Virus heran: „Zwei kostenlose Stiche ermöglichen praktisch einen Skiurlaub wie damals. Ist das einmal in den Köpfen, steigt die Impfquote wieder um ein paar Prozentpunkte.“ Erleichterungen wünscht sich Veit für Kinder geimpfter Eltern, die zu jung sind zum Impfen: „Die sind im Skiurlaub in der Regel mit den Eltern unterwegs und haben kaum Möglichkeiten, sich oder andere zu infizieren. Da muss es möglich sein, die Testintervalle deutlich zu verlängern“, wünscht sich der Hoteliwe eine praxisnahe Lösung: „Ein Test bei der Ankunft sollte reichten.“

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