02.02.2018

Zillertalbahn fährt bald mit Wasserstoff

In einem richtungsweisenden Projekt will die beliebte Tiroler Schmalspurbahn mit neuem Antrieb bald schon auf der Überholspur fahren. Und zwar mit Wasserstoff.

 

Die Zillertalbahn soll in Zukunft als erste Schmalspurbahn der Welt mit Wasserstoff fahren. Diese Entscheidung habe der Aufsichtsrat nach eingehender Variantenprüfung getroffen, teilte das Unternehmen mit. Rund 80 Millionen Euro werden in die neue Wasserstoffbahn inklusive der Infrastruktur investiert. Der Regelbetrieb soll im Jahr 2022 aufgenommen werden.

„Ja, wir betreten mit der Umrüstung der Zillertalbahn vom Dieselbetrieb auf Wasserstoff Neuland. Doch wer in Zukunft dabei sein will, muss neue Wege gehen und Visionen in die Realität umsetzen“, erklärte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB), Franz Hörl (ÖVP). Der Fahrplan bis 2022 sei „sportlich“: Vom Test eines Prototyps bis hin zur Ausschreibung der Triebwagen und dem Aufbau der Wasserstoff-Produktionsanlage müsse noch viel passieren. 800.000 Liter Diesel – das sind fast 30 Lkw-Tankzüge – verbraucht die Zillertalbahn pro Jahr. Zudem emittiert die Bahn jährlich 2160 Tonnen CO2. Letztlich fiel die Entscheidung zwischen einem Oberleitungs- und dem wasserstoffelektrischen Betrieb, so die Verantwortlichen.

„30 Prozent der in Tirol erzeugten Wasserkraft kommen aus dem Zillertal. Wir haben neun Wasserkraftwerke und fünf Speicherseen. Es liegt nahe, diese regionale Ressource zu nutzen“, meinte der zuständige LHStv. Josef Geisler (ÖVP). Nicht zuletzt, weil die Möglichkeit bestehe, den Wasserstoff an Ort und Stelle herzustellen. Die Fahrzeuge der „Wasserstoffbahn“ haben eine technische Nutzungsdauer von 30 Jahren.

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