20.07.2022

Zinsanstieg verschärft die Lage der Hotellerie

Neben all den anderen Problemen kommt auf die Wirtschaft nun auch der Zinsanstieg zu. Österreich mit seinem hohen Tourismusanteil muss seine Wirtschaft besser gegen den Zinsanstieg wappnen als andere Länder, argumentiert man bei der Hoteliervereinigung.

Der Zinsanstieg erfordert ein Maßnahmenbündel für Tourismusregionen, betont ÖHV-Präsident Walter Veit: „Unternehmen mit hohen Außenständen werden jetzt mit einem weiteren Kostenanstieg konfrontiert.“ Für Unternehmen, die so viel und so häufig investieren wie Hotels, sei das eine spezielle Herausforderung: „Ja, wir hatten früher deutlich höhere Zinsen“, räumt der Branchensprecher ein, „aber mit einem Bruchteil der Schulden von heute, mit Hochkonjunktur und stetig steigender Nachfrage. Davon sind wir heute weit entfernt.“ Tourismusregionen drohe der wirtschaftliche Rückwärtsgang. 
 
Als Gegenreaktion wünscht sich Veit, dass die Frist für die Rückzahlung von Überbrückungskrediten gestreckt wird. Die von der ÖHT angebotenen günstigen ERP-Kredite mit mehrjähriger Laufzeit sollen als effektives Instrument zum Erhalt der Liquidität regionaler Leitbetriebe ausgebaut werden. Weitere Maßnahmen wie die Umsetzung des Gentiloni-Vorschlags, fiktive Eigenkapitalzinsen einzuführen und vor allem, wie im Regierungsprogramm festgehalten, die Abschreibungsdauer zu verkürzen, würden laut Veit nicht nur Branchenkolleg:innen, sondern auch Bürgermeister:innen in den Tourismusregionen, gewerbliche Auftragnehmer:innen und natürlich auch die Banken begrüßen: „Der Tourismus ist so breit aufgestellt und so tief in den Regionen verankert, dass all diese Maßnahmen der ganzen Region helfen“, erinnert Veit an die zahlreichen Arbeitsplätze, die der Tourismus sichert, Fälligkeiten bei Banken und daran, dass 80 % der Investitionen der Hotellerie an Auftragnehmer im Umkreis von 90 km gehen.

(red)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten