20.11.2020

Zu früh aufzusperren ist auch keine Lösung

Vor allem Hoteliers aus den Bundesländern Tirol und Vorarlberg haben sich dafür ausgesprochen, erst Mitte Jänner wieder zu öffnen, um das restliche Wintergeschäft mitzunehmen.

Hoteliers wälzen Modelle, wie und wann ihre Häuser nach dem bis inklusive 6. Dezember geltenden Lockdown wieder öffnen können. Mittwochnachmittag gab es ein Branchentreffen des Fachverbands Hotellerie der WKO in Wien zum Thema. Es herrscht die Sorge, dass die Coronafallzahlen wieder steigen, wenn im Dezember zu früh aufgesperrt wird. Und damit könnte im Februar Lockdown Nummer drei eintreten. Die Wintersaison wäre damit endgültig ruiniert.

Walter Veit, Vizepräsident und Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung in Salzburg, bestätigte den Salzburger Nachrichten die Überlegungen der späteren Wiedereröffnung. "Das ist ein Szenario, an dem besonders die westösterreichischen Skigebiete, also rund um den Arlberg und Vorarlberg, interessiert sind. Weil diese von internationalen Touristen abhängig sind. Folglich zahlt es sich für diese nicht aus, aufzusperren und einen neuen Lockdown zu riskieren."

Salzburg selber habe allerdings 30 Prozent inländische Gäste, daher wolle man hier jedenfalls vor Weihnachten noch aufsperren, wird der Hotelier zitiert, der einen Betrieb in Obertauern führt. "Das Wochenende vor Weihnachten würden wir schon gern aufsperren, das wäre der große Wunsch. Wir haben die Weihnachtssaison noch nicht aufgegeben." Denn man erwarte sich Geschäft in diesen Wochen rund um den Jahreswechsel, wenn auch nur auf niedrigem Niveau. Dass man mit 7. Dezember nicht als Erstes aufsperren könne, sei allen klar, sagt Veit. "Aber vielleicht zehn Tage später." 

Vorarlberger betriebe warten ab

Vorarlberger Hotellerie und Gastronomie gehen davon aus, noch länger nicht aufsperren zu können. Er bezweifle eine Öffnung am 7. Dezember, sagte am Freitag Gastronom Stefan Köb (Obmann-Stellvertreter der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer) in einer Online-Pressekonferenz. Seitens der Hotellerie wurde infrage gestellt, ob eine Öffnung vor Weihnachten überhaupt Sinn macht.

Aktuell wüssten 2.700 Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe in Vorarlberg nicht, wie es weitergehe, sagte Hotelier Markus Kegele (Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Vorarlberger Wirtschaftskammer). Unter den gegebenen Umständen sei eine baldige Öffnung unmöglich - neben Deutschland würden auch die Gäste aus den Niederlanden und Übersee ausbleiben. Von Urlaubern aus Österreich, der Schweiz und Liechtenstein allein könne man aber nicht leben. "Aktuell liegt die Auslastung zwischen zehn und 30 Prozent", so Kegele. Der Spartenobmann gab auch zu bedenken, dass ein Aufsperren im Dezember zu einem dritten Lockdown Ende Jänner führen könnte: "Das wäre der Super-Gau, dann wäre die Wintersaison vorbei." Er hoffte viel mehr, dass viele der Restriktionen bis Mitte Jänner fallen "und wir dann loslegen können".

Mike Pansi, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Vorarlberger Wirtschaft, richtete einen Solidaritätsappell an die Wirtschaft und die Bevölkerung. Neben den "vorarlberg isst..."-Gutscheinen gebe es ab Dezember auch Gutscheine unter dem Titel "vorarlberg urlaubt... im Ländle". Damit schaffe man für Unternehmen einen guten Ersatz für betriebliche Weihnachtsfeiern, die heuer höchstwahrscheinlich nicht stattfinden können. Auch als Weihnachtsgeschenk seien die Gutscheine sehr beliebt. Sie sind in allen Vorarlberger Gastronomie- und Hotellerie-Betrieben einlösbar.

(APA/Red)

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