28.08.2020

Zur Halbzeit deutlich im Rückstand

Für Juli, den zweitwichtigsten Monat der Sommersaison, zeigen vorläufige Ergebnisse von Statistik Austria mit 15,50 Mio. Gästenächtigungen einen Rückgang um 17,4% gegenüber dem Vorjahr. Deutsche Gäste bleiben Österreich treu.

Das Nächtigungsminus ausländischer Gäste im Juli (-28,7% auf 9,93 Mio.) wurde von vermehrt im Inland urlaubenden österreichischen Gästen deutlich abgefedert: Ein Plus von 15,2% bei inländischen Gästenächtigungen ließ diese den bisher höchsten erhobenen Juli-Wert von 5,57 Mio. erreichen.

Bemerkenswert ist neben diesem Zuwachs auch der angesichts der COVID-19-Krise vergleichsweise geringe Rückgang deutscher Gästenächtigungen von 4,3% auf 6,73 Mio.

Der Gesamtrückgang der Übernachtungen im Juli ist hauptsächlich auf das Ausbleiben von Gästen aus anderen wichtigen Herkunftsländern zurückzuführen, darunter aus den Niederlanden (-21,7%), Belgien (-30,3%), Tschechien (-28,1%), Polen (-27,8%), Ungarn (-43,5%), Frankreich (-55,7%) und Italien (-66,4%). Nächtigungen aus den USA, Schweden und Russland brachen im Juli sogar um mehr als 90% ein.

Auch die Zahl der Ankünfte in Beherbergungsbetrieben ging um 26,6% auf 3,95 Mio. zurück. Dabei sank die Zahl ausländischer Gäste um 40,9%, jene der inländischen Gäste stieg hingegen um 9,4%.

Große regionale Unterschiede – drei Bundesländer positiv  

Mit -73,3% war im Juli der Nächtigungsrückgang in der Bundeshauptstadt Wien am deutlichsten ausgeprägt. Auch in Niederösterreich (-22,0%), Oberösterreich (-16,7%), Salzburg (-21,5%), Tirol (-14,3%) und Vorarlberg (-10,8%) wurden Rückgänge registriert.

Positiv hingegen entwickelte sich das Juli-Ergebnis in den Bundesländern Burgenland (+4,1%), Steiermark (+2,0%) und Kärnten (+0,1%), wobei die inländischen Gästenächtigungen für diesen Zuwachs sorgten (+19,7%, +22,8% bzw. +35,6%). Die Entwicklung der Nächtigungen ausländischer Gäste fiel in allen neun Bundesländern negativ aus.

Erste Hälfte der Sommersaison deutlich unter dem Vorjahresniveau

Aufgrund der bis 28. Mai 2020 aufrechten Betriebsschließungen bzw. durch die Grenzöffnungen ab 16. Juni 2020 für die meisten europäischen Länder wurden im Zeitraum Mai bis Juli mit insgesamt 21,52 Mio. Nächtigungen um 17,3 Mio. Übernachtungen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielt (-44,6%).

Der Rückgang der ausländischen Gästenächtigungen (-54,4% auf 12,43 Mio.) fiel dabei deutlich höher aus als jener für inländische Gäste (-21,7% auf 9,09 Mio.). Besonders hohe Nächtigungsverluste wurden für Gäste aus den drei für Österreich wichtigsten touristischen Herkunftsländern Deutschland (-39,4%), den Niederlanden (-45,0%) sowie der Schweiz und Liechtenstein (-42,0%) registriert.

Bisheriges Kalenderjahr: um ein Drittel weniger als im Vorjahr

Trotz der starken Wintermonate Jänner (+5,8%) und Februar (+10,5%) wurde im aktuellen Kalenderjahr 2020 mit 63,74 Mio. Nächtigungen ein um 33,0% geringeres Ergebnis erzielt als im selben Zeitraum des Vorjahres (-31,4 Mio. Nächtigungen). Die Ankünfte nahmen im gleichen Zeitraum um 42,2% auf 15,86 Mio. ab.

 

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