05.10.2020

Zustellung gewinnt an Bedeutung

Im Großhandel sind offene Ohren für Kundenbedürfnisse erfolgsentscheidend. Wir haben nachgefragt, ob und wie Corona Nachfrage und Angebot verändert hat: Lieferung und Markt - bleibt beides gleich wichtig oder gibt es hier neue Gewichtungen?

HANDELSHAUS WEDL – Lorenz Wedl, Geschäftsführer Wedl Handels GmbH
Das Umsatzverhältnis zwischen dem Bereich Zustellung zu Abholung blieb über die Sommermonate hinweg im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil bei 2/3 zu 1/3. Dem Thema Nachhaltigkeit wird vermehrt Bedeutung geschenkt. Dies spiegelt sich auch im Bereich der Logistik wider, da laufend Kunden proaktiv an uns herantreten, die zum Wohle der Umwelt und der effizienten Auslastung des Fuhrparks weniger Liefertage pro Woche fordern. 

Gerade bedingt durch COVID-19 erleben wir aktuell auch einen Digitalisierungsschub in der Branche. Kunden wollten nach der ersten Phase des Lockdowns den physischen Kontakt minimieren und sind hierbei Großteils auf elektronische Bestellmöglichkeiten ausgewichen. Das Resultat ist eine nachhaltige Steigerung der Nachfrage und eine erfreuliche Entwicklung der Zahlen im Bereich unseres Webshops über die letzten Monate hinweg.

Die kontaktlose Bestellung per Telefon oder über den Online-Shop hat jedoch schon über die letzten Jahre besonders an Bedeutung gewonnen. Daher erweitert das Familienunternehmen laufend seinen Web-Shop um digitale Einstellungen, welche die Bereitstellung von Informationen sowie den Bestellvorgang an sich zunehmend vereinfachen. Auch der Order&Collect-Ansatz wird verstärkt angenommen. Trotzdem verlassen sich österreichweit viele Kunden auf die Wedl Lieferung. Ob bei der Wintereindeckung oder der Zustellung von Getränken, die langjährige Erfahrung des Tiroler Unternehmens stellt eine optimale Lieferung jederzeit sicher.

 

KRÖSWANG – Manfred Kröswang, Geschäftsführer Kröswang
Frage: Indoor war zuletzt out. Haben die letzten Monate die Position von Kröswang als Lieferexperte und Frischelieferant gestärkt?
Als größter österreichischer Familienbetriebe gehen wir seit vielen Jahren einen klaren Weg, mit Fokus auf frische österreichische Produkte. Und wir merken, dass besonders die gut bürgerliche Gastronomie und die eigentümergeführte Hotellerie das besonders schätzen. Deshalb möchten wir diesen Weg auch in den nächsten Jahren fortsetzen. 

 

EUROGAST – Peter Krug, Franz Sinnesberger und Alexander Kiennast, Geschäftsführer Eurogast Österreich
Aufgrund der verschärften Hygienemaßnahmen haben viele unserer Kunden die Vorzüge unseres Lieferangebots kennen- und zu schätzen gelernt. Der Vorteil, dass Lieferungen kontaktlos erfolgen können, hat sich natürlich besonders in Zeiten von Corona bezahlt gemacht. Dennoch, unsere C+C Märkte sind Orte der Begegnung - an denen sich unsere Kunden gerne beraten lassen und neue Dinge entdecken - Orte, die zum Verweilen einladen. Wir sind überzeugt, dass unsere Kunden dieses Angebot auch nach Corona gerne wieder vermehrt in Anspruch nehmen werden!

 

METRO –  Xavier Plotitza, Metro Cash & Carry Österreich
Wir sind Cash und Carry und das bleiben wir auch, auch wenn die Zustellung an Bedeutung gewinnt. 

 

AGM – Michael Kager-Foltin, Geschäftsführer C & C Abholgroßmärkte Gesellschaft m.b.H. 
Der Trend geht in Richtung Zustellung, trotzdem spielt die Abholung nach wie vor eine große Rolle bei AGM. Unsere Kunden können sich auch weiterhin darauf verlassen, dass wir als starker Partner der heimischen Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpfleger in der Abholung und Zustellung für sie da sein werden. Wir stehen im stetigen Austausch mit unseren Kunden und wissen, dass beides gefragt ist. Wir bieten unseren Kunden auch die Möglichkeit der Abholkommissionierung an. Das heißt, der Kunde kann seine Bestellung vorab in den Markt schicken und wir bereiten die gewünschte Ware für die Abholung vor. Das ist vor allem im Bereich des Trockensortiments ein Vorteil, denn es spart Zeit. Frische Lebensmittel suchen sich unsere Abholkunden gern selbst aus und entscheiden je nach Saison und Verfügbarkeit kurzfristig, was sie auf die Karte setzen. Mit der Abholkommissionierung kann man beides gut vereinen.

 

TRANSGOURMET – Thomas Panholzer, Geschäftsführer  Transgourmet Österreich
Wir bei Transgourmet sehen Zustellung und Abholung als gleichwertige Geschäftsmodelle. Wir bieten sowohl für Selbstabholer als auch für all jene, die gerne bequem rund um die Uhr online oder per Telefon bestellen wollen, die perfekte Lösung. Die Abholquote liegt bei 38 %, die Zustellung wächst laufend und liegt inzwischen bei 62 %. Die Abholung ist aber dennoch ein ganz wichtiger Vertriebskanal, denn Gastronomen kommen gerne ins Geschäft, um sich mit Fachkollegen auszutauschen und sich vom Frische-Angebot inspirieren zu lassen. Hier haben wir außerdem die Möglichkeit, Innovationen ausführlich zu präsentieren. In den in Planung befindlichen neuen Standorten – die weiterhin als „Multichannel“-Systeme mit Abholung und Zustellung konzipiert werden – nehmen wir verstärkt Rücksicht auf diese Veränderungen. Die Verkaufsflächen werden kompakter gestaltet, jedoch mehr Erlebnis-Charakter aufweisen, sowohl Ladenbau als auch Sortiment orientieren sich primär an den Bedürfnissen der Kundenzielgruppe Gastronomie, die bei uns 85 % ausmacht. 
Gut angenommen wird die neue Hybrid-Lösung in Form von Click&Carry: Das ist unser Service, bei dem wir für unsere Kunden den online erfolgten Einkauf fix-fertig zusammenstellen, sodass nur mehr die vorkommissionierte Ware bei uns abgeholt werden muss. Viele Kunden nutzen dieses Service für standardisierte Produkte und kaufen vor Ort dann die Frische selbst ein. 

LESETIPP! Was die Gastro-Großhändler zu Angeboten für ihre Kunden in der Krise, neue Geschäftsmodelle oder Preisgestaltung zu sagen haben, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 10/2020 von Hotel & Touristik.

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